Goodbye altes Leben – es war eine intensive Zeit!

September 7, 2017

Den Tag meiner Kündigung feierte ich nicht. Zu viele Leute hatte ich hinter mir gelassen, zu viel Unverständnis schlug mir entgegen. Mein letzter Arbeitstag hingegen sollte ein Fest werden, jedenfalls nahm ich mir das vor. Er sollte mit Alkohol und einem guten Essen enden. Stattdessen verließ ich das Unternehmen gegen 14:30 Uhr und ging wie ich gekommen war – auf leisen Samtpfoten. Allein.

Auf die S-Bahn wartend, verfasst ich ein paar Zeilen, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

„Vor exakt einem Jahr stand ich hier, an der Unterföhringer S-Bahnstation und telefonierte mit meiner Stiefmutter. Voller Vorfreude und noch mit erhitztem Gesicht erzählte ich ihr von dem gerade absolvierten Bewerbungsgespräch. ProSiebenSat.1 so glaubte ich, würde die nächsten zwei Jahre meinen Weg ebnen.

12 Monate später sitze ich wieder hier, 17 Minuten trennen mich von meiner letzten S-Bahnfahrt auf dem Nachhauseweg meines bisherigen Arbeitgebers. Was hatte ich nicht alles erlebt: Schulungen, Produktionen, Strategien, Neuausrichtungen, Partys, Facebook-Liveaktionen, um nur einige Stationen zu nennen. Das Revuepassieren, den letzten Gang, das letzte Goodbye, all das war natürlich auch Zeiten eines Neuanfangs. Neuanfänge sind gut, sie bringen dich dazu, nicht stillzustehen und dich ständig weiterzuentwickeln.

Es ist wirklich skurril, hier zu sitzen und fast die gleichen Gefühle erneut zu empfinden. Nur diesmal gedämpfter, mit mehr Sorge, was die Zukunft wohl bringen wird. Vor einem Jahr war ich mir sicher – den Job habe ich in der Tasche. Dass dem wirklich so wahr, sollte ich erst 24 Stunden später in der Warteschlange vor der Zara-Umkleidekabine erfahren und völlig aus dem Häuschen ticken. Ich weiß nicht, wie viele Jobwechsel ihr bereits schon hinter euch habt oder wie viele Neuausrichtungen ihr für euer Leben bestimmt habt. Aber eins ist gewiss, es ist immer der gleiche Rausch. Das Neue, das Unerwartete, das Unplanbare wartet auf euch und nimmt euch in Empfang.

Passend zum Motto dieses Jahres agiere ich so typisch Frau: Neuer Lebensabschnitt = neuer Haarschnitt.“

Heute denke ich mit Wehmut zurück an die Zeit bei ProSiebenSat.1, doch was ich vermisse, ist nicht die Arbeit, nicht der Standort (wer vermisst schon eine Stunde pendeln am Tag). Es sind die Kollegen, die Freunde, der Cutter-Kakao. Die Mittagspausen, in denen ich es so verabscheute, in der Mensa zu essen. Es sind die mehr oder minder gut gelaunten, geraunten „Morgen“-Grüße am Tag. Für einen „Guten Morgen“ hat es nie gereicht. Doch ich vermisse sie nicht so sehr, dass ich zurückgehen würde.

HÖR AUF, ZU WARTEN UND NIMM, WAS DIR ZUSTEHT

Manchmal musst du einiges zurücklassen, um endlich den Weg zu gehen, den du gehen willst. Manchmal wird sich dieser Weg als Irrweg tarnen, Zweifel in dir aufbauen, um dich zu prüfen. Wenn du einen neuen Pfad einschlägst, sei genau darauf gefasst. Bereite dich auf deine eigenen Dämonen vor, rüste dich zum Kampf gegen sie. Ich weiß, das sind alles sehr starke Worte, doch weiß ich, wovon ich rede.

Ich habe einen Cut gemacht. Den vielleicht größten meines bisherigen Lebens. Mit den Auswirkungen muss ich heute klarkommen. Dass nicht alle meiner Freunde hinter mir stehen, kann ich verkraften. Denn es bedeutet, dass sie nie wirklich meine Freunde waren. Dass Familienmitglieder mich in Frage stellen – oh, auch das bin ich gewohnt. Doch jetzt bin ich endlich bereit dazu, ihnen gegenüber zu stehen und in die Augen zu schauen, während ich ihnen sage, dass sie im Unrecht sind.

Du bist nicht von heute auf morgen ein komplett neuer Mensch. Es ist vielleicht eine Entscheidung, die du irgendwann getroffen hast, aber jeden Tag und immer wieder üben müsst. Es genügt nicht, diese Entscheidung zu treffen, du musst sie auch leben. Und solltest du scheitern, dann liegt es nicht daran, dass dich irgendjemand reingelegt hat oder nicht will, dass du voran kommst – es liegt allein an dir, ob du stark genug bist, deine Entscheidung durchzuziehen.

ENTDECKE DEIN INNERES BOSSBABE

Doch glaub mir, ich weiß, dass du das schaffen kannst. Du brauchst nur das BOSSBABE in dir zum Leben erwecken und immer, immer wieder ihren Rat suchen. Steh mit ihr auf, lass dir von ihr auf die Schulter klopfen, bitte sie um Hilfe, wenn es nicht weitergeht und vor allem – höre auf sie, sie wird dir die Hand reichen, wenn du mal wieder hingefallen bist und dir den Dreck von den Klamotten klopfen. Sei ein bisschen mehr badass und schüttele die Angst ab. Die hilft dir nicht, deine Ziele zu erreichen. Und wenn du mal wieder strauchelst, habe ich das perfekte Video für dich.

Also, wer ist bereit, sein inneres BOSSBABE endlich von der Leine zu lassen? Ich bin es. Ich bin bei dir.

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3 comments

Warum es gerade so still ist #Bossbabes | THE BOSS WAY Oktober 2, 2017 at 6:40 pm

[…] BOSSBABE ON THE RISE […]

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Jenny September 8, 2017 at 2:36 pm

Wow, Laura, einfach nur wow. Dies und der vorherige sind definitiv ganz oben auf der Liste „inspirierende Blogposts“. Nach meiner Frage zum Fragenfreitag, welche schon ewig her ist, war ich nicht mehr hier, obwohl ich deine Reise unentwegt auf Insta verfolge. Und schon dort waren deine Posts inspirierend. Sie geben Mut zu überdenken und zu handeln. Wobei jeder am Ende selbst für den letzten Schritt, das Machen, zuständig ist. Ich bin gespannt, deinen weiteren Weg zu verfolgen und ich bin neugierig, was da so kommen wird. Gerne mehr und ausführlicher davon auch hier auf dem Blog. Mach weiter so, denn irgendwie ist Laura Kessner eine von uns, den Normalos, und dies inspiriert noch so viel mehr. Gerade, weil du nicht DIE große Instagrammerin bist (im positiven, falls mein Geschwafel hier Sinne rgibt xD). Ich drücke dir die Daumen und wünsche alles Gute!

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Laura September 21, 2017 at 9:28 pm

Liebe Jenny!
Das sind unfassbar tolle Worte, unbezahlbar – vielen lieben Dank! <3
Ich weiß genau, was du meinst und bin einfach nur sprachlos.

Deine Unterstützung tut mir wahnsinnig gut.
Lieben Gruß
Laura

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