Du tanzt nicht mehr wie früher

April 17, 2016

Du wirst 21, 22, 23 – und du kannst noch gar nicht wissen, was du willst.
Und du wirst 24, 25, 26 – und du tanzt nicht mehr wie früher.

Wo ist unser Elan geblieben? Einst packten wir das Leben bei den Händen und stürzten uns voller Lust in seine Abenteuer. Entschlossen zogen wir voran, ohne uns darüber Gedanken zu machen, was wir vielleicht zurück lassen. Heute ist uns die kleinste Anstrengung zu viel, ständig werfen wir Wörter wie “Sozialstress”, “keine Zeit”, “keine Lust” und “zu viel zu tun” um uns. Wann ist das passiert? Und vor allem: Was ist passiert?

Es gab Zeiten, in denen uns nichts zu viel oder zu wenig war. Wir ließen uns nicht von unseren Zielen abbringen, sondern kämpften den Weg frei für sie. Wir waren bereit für alles, was da auch kommen mag. Voller Stolz trugen wir die Narben der Geschichten vor, bei denen wir gezwungen wurden, Umwege in Kauf zu nehmen. Wir waren Gladiatoren. Wenn auch naiv waren wir vor allem eines – neugierig. Diese Neugierde war es, die uns voran trieb, jedem Sturm trotzend, auch wenn der Nebel unsere Umgebung in einen dichte graue Masse verwandelte. Wir waren wissbegierige Kämpfer und wollten mehr vom Leben.

Heute sind wir kampferprobt und müde. Wir hetzen von einer Schlacht zur nächsten ohne die Momente dazwischen zu genießen. Wir reisen umher und sehen doch nichts von der Welt. Unsere Erwartungen und Wünsche haben sich geändert und wir wissen, dass unsere jetzigen Ziele nicht so schnell erreicht werden können, deshalb geben wir nicht alles. Deswegen ist uns das Jetzt egal, wir lassen es laufen…

Ich bin es leid, Ausreden zu hören oder zu erfinden. Ich möchte wieder wagemutig sein, auch wenn das bedeutet, eine Schlacht zu verlieren. Eine verlorene Schlacht bedeutet noch lange keinen verlorenen Krieg. “Einen Krieg führen” mag hart klingen, den einzigen Krieg, den ich wirklich zu führen vermag, ist der gegen mich selbst. Meinem inneren Schweinehund, der nach Sicherheit suchend, lieber in der Federdecke zittert als die Schultern zu richten und sich der Welt zu stellen. Ich bin bereit für Abenteuer, Umwege, Ziele, Wünsche und vor allem die glücklichen Momente, die das mit sich bringt. Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. Bist du bereit für ein bisschen Verrücktheit?

Wir sind erwachsen geworden. Wann ist das passiert – und vor allem: Wie kann man es stoppen?

weißer Hund Blume


Jacke – Sportscheck/Schöller
Rucksack – H&M
Hose – H&M
Schuhe – Street

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